BAFF-Texte
Als bundesweite Vereiningung und mit europäischer Einbindung aus der Fanszene existiert das Bündnis Aktiver FussballFans (BAFF) , dem auch wir, die Oldenburger Faninitiative, angeschlossen ist. Im Rahmen zahlreicher Treffen wurden hier von Fans Texte und Argumentationen auch zum Thema ‘Stadionbau’ und ‘Versitzplatzung’ verfasst, die wir nahezu komplett unterstreichen können, auch wenn in einigen Punkten die derzeitige Ligasituation (noch) nicht alle Auswirkungen zur Folge hat. Ein Großteil der Texte stammt noch aus dem Vorfeld der WM 2006 in Deutschland, als sich hier viel in puncto Stadionneubau tat.
Kommerzialisierung/ Versitzplatzung
Die stetig zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs (u.a. Champions League, bevorstehender Börsengang bestehender Vereine, Fernseh-Fußball) sowie die hierzu parallel verlaufende Versitzplatzung sollten Schwerpunkte der Arbeitsgruppe sein. Da jedoch bereits mit der Arbeitsgruppe 3 “Vom Fan zum Fußballkunden? Wirtschaftliche Veränderungen und Auswirkungen im Profi-Fußball” die Kommerzschiene annähernd abgedeckt wurde, konzentrierte sich diese Arbeitsgruppe verstärkt auf den Aspekt der Versitzplatzung.
Zu Beginn wurde im Plenum kurz erörtert, in welchen Stadien der 1. Und 2. Liga in jüngster Vergangenheit Umbaumaßnahmen erfolgt sind bzw. zu diesem Zeitpunkt gerade erfolgen (Dortmund, K´lautern, Hamburg, …). Anschließend wurde ausführlich über geplante Stadionobjekte diskutiert. Hierzu stellten die Teilnehmer reihum die Planungen in ihrem jeweiligen Verein vor, was erwartungsgemäß zu einer lebhaften Diskussion führte. So erfuhr man nicht nur, daß in Nürnberg seit dieser Saison (98/99) fest installierte Sitzplätze die Gästekurve “verschönern”, sondern auch, daß den Schalke-Fans 15.000 Stehplätze für ihr neues Stadion zugedacht sind sowie in St. Pauli sogar 19.000 Stands von “Papa Heinz” versprochen wurden. Ob dies letztlich Realität wird bzw. wie lange diese Zusagen von den Vereinen letztlich eingehalten werden, muß jedoch die Zukunft zeigen…
Im Laufe der Zeit machte sich innerhalb der Arbeitsgruppe eine gewisse Resignation breit, da die aktuelle Situation innerhalb der Stadien keinen Anlaß zur Euphorie liefert. Während in Leverkusen bereits seit mehr als einem Jahr keine Stehplätze mehr existieren, statt dessen jedoch eine komplette Kurve “wichtigen Personen” reserviert wird, wurden in den letzten jahren sukzessiv Stehplätze, insbesondere in Düsseldorf, Köln, München und Bochum ohne Rücksicht auf Fan-Interessen abgebaut. Darüber hinaus zerstören die immer häufiger vorzufindenen sogenannten “Vario-Sitze”, die im Bedarfsfall einen Stehplatz binnen Sekunden in einen Sitzplatz verwandeln, die Beweglichkeit der Fans in ihren Kurven und verhindern insbesondere das Erlebnis des Flairs eines Stehplatzblockes.
Trotz des spürbaren Machtlosigkeit angesichts der gerade sich entwickelnden neuen Stadion-Kultur hin zu multifunktionalen, reinen Sitzpaltzarenen mit Schiebedach, Logen, Parkhaus, Einkaufszentrum etc. (das Hamburger Volksparkstadion bietet nur den Anfang; Schalke, Mönchengladbach und/ oder Duisburg werden mehr oder weniger Folgen, Arnheim und Amsterdam lassen grüßen) überlegte sich die Arbeitsgruppe Maßnahmen, die im Kampf gegen die Versitzplatzung oder zumindest um Mitspracherecht der Fans eine erhebliche Bedeutung haben können:
1. Bessere Öffentlichkeitsarbeit durch BAFF: Immer dort, wo die Vernichtung von Stehplätzen geplant ist, sollte BAFF aktiv in die Öffentlichkeit treten.
2. Verabschiedung eines Forderungskataloges: In Anlehnung an einen von der Schalker Faninitiative verabschiedeten Forderungskatalog für einen neues Stadion aus der Perspektive der Fans sollte ein allgemeiner Forderungskatalog unter der Schirmherrschaft von BAFF und unter Mitarbeit einer aktiven Fangruppe des betroffenen Vereins an den entsprechenden Club ausgehändigt werden.
3. In allen Erst- und Zweitligastadien sollte nach Möglichkeit jedes Wochenende und bei jedem Spiel ein BAFF-Transparent wider dem Abbau von Stehplätzen medienwirksam plaziert werden.
4. Die Stimmungslage der eigenen Fanszene bezüglich des angedachten Stadionneu- bzw. –umbaus sollte in Erfahrung gebracht werden, z.B. durch Fragebogen-Aktionen und Interviews vor, während und nach einem Heimspiel
Ziel der Maßnahmen ist es, in kleinen Schritten zum Erfolg zu gelangen. Es bleibt jedoch abzuwarten:
- ob es gelingt, genügend Aktivisten in den betroffenen Fanszenen zu finden, die bereit sind, sich für das Vorhaben zu engagieren,
- Ob die jeweiligen Fankurven überhaupt ein offenes Ohr für den Kampf um den Erhalt der Stehplätze haben (so ist etwa nicht auszuschließen, daß sich viele Fans für den sportlichen Erfolg ihres Vereins, der unweigerlich mit Mehrausgaben verbunden ist, bereit erklären, von der günstigeren Steh- auf die teure Sitzplatzkarte “zum Wohle des Vereins” umzusteigen, und
- Ob die Vereine im Zuge der zunehmenden Kommerzialisierung und dem Spiel um und mit Millionen für Faninteressen noch offen sind.
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Fußball braucht Stehplätze
Fußball braucht Stehplätze – Bündnis aktiver Fußballfans begrüßt Pläne des HSV!
(08.06.2004) Letzten Donnerstag war im Hamburger Abendblatt zu lesen, dass der Hamburger Sportverein „einen spektakulären Umbau seines Schmuckstücks vorbereitet“. Gemeint war die AOL-Arena, für die der Vorstand des Clubs weitere Stehplatzkapazitäten schaffen will. Die Vereinsführung plant zur Saison 2005/2006 die Sitzplätze im Unterrang der Südkurve in Stehplätze umzuwandeln und dadurch 9000 Stehplätze neu entstehen zu lassen. Das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) begrüßt diese Pläne des HSV nachdrücklich und hofft auf deren Umsetzung.
Damit setzt sich eine fanfreundliche Entwicklung fort, in der einigen Vereinen durch die Öffentlichkeits- und Basisarbeit von Fanorganisationen wie BAFF oder Pro Fans mehr und mehr bewusst wird, dass der Stehplatzbesucher mit seinen nachwachsenden Generationen als „traditionelles Kundenpotential“ zu berücksichtigen sei. In jüngerer Vergangenheit haben z.B. der FC Schalke 04 und Werder Bremen die Interessen der Fans in die Realisierung der Neu- bzw. Umbaupläne mit einfließen lassen und annehmbare Stehplatzkapazitäten geschaffen. Diese Beispiele zeigen, dass beide Seiten, Fans wie Vorstand, zusammen konstruktive Kompromisslösungen erarbeiten können.
In diesem Zusammenhang seien noch mal die Bedenken von Stehplätzen als Sicherheitsrisiko entkräftet und die Vorteile dieser herausgehoben. Wir vom Bündnis aktiver Fußballfans sind positiv überrascht, dass der HSV in seiner Argumentation bestehende Forderungen für fanfreundliche
Fußballveranstaltungen mit eingebracht hat. So wird der sozialverträgliche Charakter von Stehplätzen erkannt und jugendlichen, niedrigverdienenden und arbeitslosen Fans der regelmäßige bzw. spontane
Stadionbesuch durch erschwingliche Preise erleichtert. Dass die gewählten Formulierungen, wie z.B. „bestmögliche und attraktivste Angebote“, im Finanz-Jargon beheimatet sind, wirkt etwas befremdlich, bleibt aber nachvollziehbar in Anbetracht der zu erhaltenden Wirtschaftlichkeit eines Vereines, die auch durch den Ausbau von preiswerteren Stehplätzen nicht gefährdet wäre. Mehr zum Verkauf angebotene Plätze würden bei voller Auslastung die Differenz von teuren aber weniger vorhandenen Sitzplätzen ausgleichen. Außerdem wird zunehmend erkannt, dass beim Fußball die Atmosphäre der Stehränge unablässig dazu gehört, sogar beim Ringen um Kunden-, Sponsoren- und Medienaufmerksamkeit finanzielle Vorteile verspricht und nicht zuletzt zum Erhalt der Fankultur beiträgt.
Besonders hervorheben bzw. entkräften möchten wir die angeblich von der UEFA angeführte höhere Sicherheit auf Sitzplatztribünen. Darüber existiert bis heute keine Studie, die das empirisch nachweisen könnte.
Vielmehr lassen sich Stehplätze im Panikfalle schneller räumen, wenn die Menschen problemlos auf den Rasen ausweichen können. Das wäre als Ideallösung durch Abschaffung der Käfighaltung hinter Zäunen möglich, sollte aber wenigstens durch ausreichend viele und im Notfall schnell zu öffnende Fluchttore gewährleistet sein. Schlichtweg falsch ist auch die Behauptung, dass die Gewalt von den Stehplatzbereichen ausgeht.
Nachweislich sind die gewalttätigen Auseinandersetzungen der Hooligans gerade in der ersten Liga, auch außerhalb des Stadions, stark zurück gegangen. Es bleibt also zu hoffen, dass FIFA und UEFA die oben angegebenen Entwicklungen ernst nehmen bzw. aufgreifen und die seit 1998 bestehende Pflicht, ausschließlich Sitzplätze für internationale Begegnungen bereit zu stellen, zurücknehmen.
Wünschenswert für die Zukunft wäre es, wenn andere Vereine den genannten Beispielen folgen und somit den Stehplatz als traditionellen Ausgangspunkt der bewegungsorientierten Fan- und Verabredungskultur langfristig wieder etablieren. Wir profitieren alle davon!
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4 Wochen WM in Deutschland, ein Leben lang sitzen
4 Wochen WM 2006 in Deutschland, ein Leben lang sitzen in der Bundesliga
BAFF ist nicht grundsätzlich gegen eine WM 2006 in Deutschland. Die WM 98 in Frankreich wurde allerdings trotz schöner Fußballspiele beim 3. Fankongreß im Sinne der Faninteressen mit der Kartenproblematik, den Sitzplätzen, dem stimmungsärmeren Zuschauerverhalten, dem turnierbedingten Hooliganrevival und der Unterstützung rechtsradikaler Tendenzen als fan- und menschenfeindlicher Wegweiser für nachfolgende EMs und WMs ausgewertet. Als Vorbote oder negatives Beispiel für eine WM 2006 in Deutschland hat die WM ´98 die Befürchtungen des 2. BAFF-Fankongresses 1997 voll bestätigt. Deshalb wurde auf dem 3. Kongreß ein Forderungskatalog für Großveranstaltungen (auch bezogen auf die EM 2000 in den Niederlanden und Belgien) aufgesetzt, welcher 1999 der UEFA, den Veranstaltern, dem DFB und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Des weiteren geht der Wunsch der BAFF-Mitglieder dahin, die Kampagne für eine fanfreundliche WM 2006 mit ebenso fanfreundlichen Auswirkungen für die Bundesligen weiter auszuweiten.
Durch die schon im Zuge der Bewerbung geplanten Umbauten ohne Beachtung von Faninteressen und den dadurch entstehenden Verlust von Stehplätzen für die Bundesliga wird die Austragung einer solchen WM 2006 für die Fußballfans hierzulande zum Problem. Für die Zeit danach würde die WM 2006 offensichtlich Stehplätze fressen und die Tendenz zum Kommerztempel verstärken - ist es das wert? - eine WM mit solchen Folgen ist es so nicht wert.
Es ist zu befürchten, daß der Fußball noch mehr von alledem verlieren, was ihn für uns Fans ausmacht. Kevin Miles, Sprecher der englandweiten Fandachorganisation Football Supporters Association (FSA), lieferte hierzu das Schlußwort auf dem BAFF-Fankongreß ´98: “Ich habe eure Zukunft gesehen - und sie ist häßlich.”
Tun wir alles dafür, daß dem nicht so sein wird.
BAFF-Forderungskatalog zur WM 2006
(Fußballgroßveranstaltungen (EM+WM) sollen nach Aussage der jeweiligen Veranstalter ein Fußballfest, besonders von Jugendlichen sein. Die WM in Frankreich sowie die EM 2000 lassen nichts von alledem erkennen. Machen wir uns nichts vor, auch bei zukünftigen Fußballgroßveranstaltungen wird der gemeine Fan draußen vor den Toren stehen. Zudem sorgen undifferenzierte und überhöhte Sicherheitsmassnahmen, die schon im Vorfeld jeden Zuschauer zu einem potentiellen Gewalttäter abstempeln, für Aggression und Frust.
BAFF registriert in der Fanszene eine Stimmung, dass Fußballfans nicht bereit sind, eine WM 2006 unter den oben genannten Voraussetzungen zu unterstützen. Insbesondere der Verlust von Stehplätzen in den Stadien tötet gewachsene Fan-Kultur. Die Stehplätze sind die Seele des Fußballs, ohne sie bleibt es ein Kick von 22 Kurzbehosten im Park. Wir, die Fans, machen den Fußball erst zum Ereignis. Er darf nicht zum Vehikel von Funktionären, Pay-TV, Werbestrategen und nicht zuletzt von Medien und raffgierigen Geldschefflern verkommen.
WM in Frankreich – aus Fansicht mehr als unerfreulich
Die Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich, als letztes Beispiel einer WM in einem vergleichbaren europäischen Umfeld, war aus der Sicht der Fans eine mehr als unerfreuliche Veranstaltung. Damit haben sich Prognosen von BAFF bestätigt. Folgende Kritikpunkte sind festzuhalten: Zu keinem Zeitpunkt schien den Organisatoren daran gelegen, dass sich auch jüngere und nicht so gut verdienende Menschen eingeladen fühlen konnten, am “Fest des Fußballs” teilzunehmen. Es gab keinerlei Anstrengungen der Kommunen, z.B. billige Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, geschweige denn einen Campingplatz für Fußballfans auszuweisen. Es gab keine fanspezifischen Informationen - schon gar nicht in der jeweiligen Landessprache - ganz im Gegenteil wurde man fast immer an die Touristeninformationen verwiesen, die mit diesen Anfragen seltenst zurechtkamen. Es gab so gut wie keine Veranstaltungen für junge Leute und noch nicht mal genügend Großbildleinwände, auf denen Fans ohne Karten wenigstens die Spiele gemeinschaftlich hätten sehen können. Der Turniermodus an sich war schon fanfeindlich. Was sich Michel Platini als zuschauerfreundliche Version und Begegnung der Jugend der Welt am Schreibtisch ausgedacht hat, war letztlich genau das Gegenteil. Auf die unzulängliche Kartenvergabepraxis muss hier nicht näher eingegangen werden. Jeder weiß: sie war ein Skandal. Es interessierte niemanden unter den Verantwortlichen, ob hinreichend Fans in den Besitz der Karten kommen, die Hauptsache war doch, VIPs, Sponsoren, Funktionäre und ihre zahlreichen Begleiter wurden bedient. Eine Provokation für alle Fußballfreunde stellte die überproportionale Verteilung von Eintrittskarten an Sponsoren dar. Wenn Fußballfans auf dem Schwarzmarkt mit Preisen im vierstelligen DM-Bereich nach den schon aufgebrachten Fahrtkosten konfrontiert und im gleichen Atemzug Karawanen von Sponsorengruppen an den frustrierten Fans vorbei in die Stadien geführt werden, zeigt dies mehr als deutlich, wo die bevorzugten Zuschauergruppen zu suchen sind. Die Inszenierung der Spiele in und um die Stadien war ein Graus und den Zuschauern gegenüber, die in früheren Zeiten die Inszenierung der Spiele mit ihren Gesängen und Anfeuerungsrufen gestaltet haben, absolut respektlos. Man fühlte sich in keinster Weise ernst genommen, sondern verarscht. Das Auftreten all dieser Mängel erscheint noch unverständlicher, bedenkt man die vielen guten Ansätze, die bei der Europameisterschaft 1996 in England verwirklicht wurden.
WM in Deutschland – es muss viel passieren!
Wir wissen, dass vieles geht, man muss es nur wollen. Daher fordern wir im Hinblick auf die WM 2006 in Deutschland:
- Die Stadion-Um- und Neubauten dürfen nicht auf Kosten der Stehplätze nach dieser Großveranstaltung gehen. 4 Wochen WM - ein Leben lang sitzen - nein, danke! Dazu ist es notwendig, nach der WM wieder Sitzplatzbereiche in Stehplätze rurückzubauen. Es darf nach der WM nicht noch weniger Stehplätze geben als es schon jetzt der Fall ist.
- In die Inszenierung (Regie) der Spiele sollten Fans eingebunden sein, die sensibel auf die Atmosphäre in den Stadien reagieren können. Auch im Liga-Alltag eine wichtige Forderung, das Stadionradio soll die Fans nicht Totdröhnen und nur passive Konsumenten formen, sondern den aktiven Mitgestaltungswillen der Fans achten.
- Fans und Fanorganisationen, wie BAFF oder Pro Fans bzw. die Fanprojekte müssen in die Organisation der WM eingebunden sein. Wer, wenn nicht die Fans, wissen was zu tun ist, damit wir uns im Stadion und drumherum wohlfühlen. Wir wollen als Gäste empfangen und behandelt werden, und nicht als potentielles Sicherheitsrisiko. Auch sollten in den WM Städten vor Ort die Fangremien in die Planungen mit einbezogen werden. Dazu zählen die Fanprojekte, Faninitiaven oder auch die örtlichen Fanclubs. Diese könnten z.B. Fanturniere, Begegnungen usw. mit den internationalen Gästen initiieren.
- Wir erwarten vom Organisationskomitee und den Sicherheitsbehörden ein differenziertes und abgestuftes Vorgehen. Sicherheitsaspekte sind wichtig, dürfen jedoch nicht an erster Stelle stehen. Schon jetzt wird aus der Fanszene eine zunehmende Repression beklagt. Es muss auch gerade bei einer WM im Fußballland Deutschland möglich sein, lebendige Fankultur im Stadion auszuleben.
- Die Eintrittskartenvergabepraxis muss gründlichst überdacht werden. Es muss für alle, die unabhängig von Reiseveranstaltern zur WM wollen, die Möglichkeit geben, Karten zum aufgedruckten Preis zu kaufen. Auch sollen Fußballfans aus den Austragungsregionen die Möglichkeit erhalten, an Karten für “Ihr” Stadion zu gelangen. Die Kartenpreise müssen sozial verträglich gestaltet sein. Die Anzahl der Karten pro Verband sollte sich u.a. auch an der Zahl der Fans orientieren, die die jeweilige Nationalmannschaft voraussichtlich unterstützen werden. Die Zahl der Karten für die Sponsoren muss drastisch reduziert werden. Eigentlich gibt es keinen Grund, warum die ihre Karten nicht selbst bezahlen können.
- Auf jeden Fall sollte es für diejenigen, die nicht in die Stadien können, kostenfreie Großbildleinwände in den jeweiligen Spielorten geben, auf denen das Spiel verfolgt werden kann.
- In jeder Stadt sollte es eine “Fanbotschaft” geben, wo fanspezifische Informationen auch in der jeweiligen Landessprache angeboten werden. Bezahlbare Unterkünfte und/oder ein zentraler Campingplatz für Fußballfans im oder am jeweiligen Veranstaltungsort - gut ausgeschildert und leicht erreichbar. In das Rahmenprogramm gehören Veranstaltungen, die sich an den Bedürfnissen von jungen Menschen orientieren, z.B. Rockkonzerte, Discos, Kontaktmöglichkeiten etc.
- Der Turniermodus sollte es erlauben, längere Zeit an einem Ort verbleiben zu können. Das hätte zwei Vorteile: Erstens müsste man nicht so viel von den jeweiligen Ländern aus organisieren und zweitens wäre es so viel einfacher, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und auch das Land besser kennen zu lernen.
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BAFF-Aktion “Keine WM ohne Stehplätze”
Willkommen im Fußball-Land?
(dcm) Kürzlich fand in der Kölnarena am Rhein die ”offizielle” Show-Veranstaltung des DFB zur WM-Bewerbung 2006 statt. In die neuerbaute Schüssel passten glatt 10.000 Zuschauer, die dann dem Kommerzgegurke ihre Aufwartung machten. Die Öffentlichkeitswirkung eines Auftritts am Rande dieser Veranstaltung war dem Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) Anlass genug, vor Ort zu sein und auf die Gefahr des völligen Abbaus aller Stehplätze anlässlich der WM 2006 mit Flugblättern und Transparenten hinzuweisen.
Es fanden sich neben einem guten Dutzend Schalker auch Anhänger von Hannover 96, FC St. Pauli, MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf zusammen. Nach Treffen am Köln-Deutzer Bahnhof verteilte man sich im Umkreis der nahegelegenen Kölnarena, um mit Flugblättern auf die Bedrohung für den Fußball hinzuweisen. Worum es ging, lässt sich am besten anhand der Zusammenfassung auf dem Flugblatt des BAFF wiedergeben:
4 Wochen WM: Ein Leben lang sitzen?
Fußballgroßveranstaltungen (EM+WM) sollen nach Aussage der jeweiligen Veranstalter ein Fußballfest besonders von Jugendlichen sein. Die WM in Frankreich sowie das Konzept für die EM 2000 lassen nichts von alledem erkennen. Machen wir uns nichts vor, auch bei zukünftigen Fußball-Großveranstaltungen wird der gemeine Fan draußen vor den Toren stehen. Zudem sorgen undifferenzierte und überhöhte Sicherheitsmaßnahmen, die schon im Vorfeld jeden Zuschauer zum potentiellen Gewalttäter abstempeln, für Aggression und Frust. BAFF registriert in der Fanszene eine Stimmung, dass Fußballfans nicht bereit sind, eine WM 2006 unter den oben genannten Voraussetzungen zu unterstützen. Insbesondere der Verlust von Stehplätzen in den Stadien tötet gewachsene Fan-Kultur. Die Stehplätze sind die Seele des Fußballs, ohne sie bleibt es ein Kick von 22 Kurzbehosten im Park. Wir, die Fans, machen Fußball erst zum Ereignis. Es darf nicht zum Vehikel von Funktionären, Pay-TV, Werbestrategen und nicht zuletzt von Medien und raffgierigen Geldschefflern verkommen.”
Leider hat der Charakter der Veranstaltung in vollem Umfang diese Befürchtungen bestätigt. Herren im Smoking, Damen im Abendkleid, Kinder im Bayern. oder BVB-NL-Trikot, Schickimickies allerorten beim Anmarsch zur Kölnarena. Leute, die sich vor Jahren nur schon beim Begriff Fußball vor Ekel geschüttelt hätten, frequentieren nun seelenlose Marketingveranstaltungen, in denen der Sport selbst in den Hintergrund tritt und angestammte Fans nichts zu suchen hatten. Die Großklubs der Liga mit ihren Stars spielten die Hauptrolle, und Fans traten allenfalls als Staffage bei der Städtepräsentation auf. Ebensogut hätte man auch ein paar Affen auflaufen lassen können. Auch Rudi Assauer war mit einem Kurzauftritt in der Show bei der Vorstellung des Spielorts Gelsenkirchen zugegen. In den Tagen zuvor hatte er zu einigen Maßnahmen des DFB den passenden Kommentar abgegeben, insbesondere zur unverschämten Forderung, der FC Schalke 04 habe bitteschön pro WM-Spiel in der Arena ”Auf Schalke” eine Millionen an den Veranstalter zu zahlen. In letzterer Sache machte der DFB zur Vermeiduung eines Eklats einen Rückzug, sonst wäre Rudi sicher nicht erschienen. Allerdings wirkte sein mürrisches und lustloses Erscheinen vor dem ganzen Hintergrund richtig symphatisch.
Seine Haltung machte der DFB auch deutlich, als er den Auftritt des BAFF im Umfeld der Kölnarena die Genehmigung versagte. Als mündige Bürger auf öffentlichem Feld waren wir allerdings auf eine solche Genehmigung nicht angewiesen. Wir ließen uns auch nicht durch die provokativen Äußerungen, wir hätten gefälligst die Transparente zu entfernen, die Veranstaltung sei nicht genehmigt, beeindrucken. Es wurde auf das Recht der freien Meinungsäußerung gepocht. Die Transparente wurden an mehreren Stellen, insbesondere auch am ”VIP”-Eingang, deutlich sichtbar präsentiert. Es wurden Tausende von Flugblättern verteilt, die bei den Adressaten tatsächlich auf Interesse stießen und kaum weggeworfen wurden. Die - versuchte - Unterbindungsaktion der Ordner auf Weisung des DFB zeigte aber deutlich, welchen Einfluß die Hoeneße, Calmunds, Meiers, Mayer-Vorfelders und all die anderen Protagonisten des totalen Fußballkonsums bereits beim nationalen Fußballbund innehaben. Dies lässt noch einiges an finanziellen Gewinnen, aber sicher nichts Gutes für die langfristige Zukunft des Fußballs befürchten.
Dieser Artikel erschien im FanzineSchalke Unser, Ausgabe Nr. 24 (Dezember 1999)
Flugblatt
EM&WM Willkommen im Fußball-Land?
Fussball braucht Stehplätze
4 Wochen WM: Ein Leben lang sitzen?
Fussballgrossveranstaltungen (EM+WM) sollen nach Aussage der jeweiligen Veranstalter ein Fussballfest, besonders von Jugendlichen sein. Die WM in Frankreich sowie das Konzept für die EM 2000 lassen nichts von alledem erkennen.Machen wir uns nichts vor, auch bei zukünftigen Fussball-Grossveranstaltungen wird der gemeine Fan draussen vor den Toren stehen.
Zudem sorgen undifferenzierte und überhöhte Sicherheitsmassnahmen, die schon im Vorfeld jeden Zuschauer zu einem potentiellen Gewalttäter abstempeln für Aggression und Frust.
BAFF regisitriert in der Fanszene eine Stimmung, dass Fussballfans nicht bereit sind, eine WM 2006 unter den oben genannten Voraussetzungen zu unterstützen.
Insbesondere der Verlust von Stehplätzen in den Stadien tötet gewachsene Fan-Kultur. Die Stehplätze sind die Seele des Fussballs, ohne sie bleibt es ein Kick von 22 Kurzbehosten im Park.
Wir, die Fans, machen den Fussball erst zum Ereignis. Er darf nicht zum Vehikel von Funktionären, Pay-TV, Werbestrategen und nicht zuletzt von Medien und raffgierigen Geldschefflern verkommen.Von der WM 98 zur WM 2006:
Perspektiven für künftige Grossveranstaltungen
Forderungen der Fans an die WM-Organisatoren und den DFBDie Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich war aus der Sicht der Fans eine mehr als unerfreuliche Veranstaltung. Damit haben sich Prognosen von BAFF bestätigt.
Folgende Kritikpunkte sind festzuhalten:Zu keinem Zeitpunkt schien den Organisatoren daran gelegen, dass sich auch jüngere und nicht so gut verdienende Menschen eingeladen fühlen konnten, am “Fest des Fussballs” teilzunehmen. Es gab keinerlei Anstrengungen der Kommunen z.B. billige Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, geschweige denn einen Campingplatz für Fussballfans auszuweisen. Es gab keine fanspezifischen Informationen - schon gar nicht in der jeweiligen Landessprache - ganz im Gegenteil wurde man fast immer an die Touristeninformationen verwiesen, die mit diesen Anfragen seltenst zurechtkamen.
Es gab so gut wie keine Veranstaltungen für junge Leute und noch nicht mal genügend Grossbildleinwände, auf denen Fans ohne Karten wenigstens die Spiele gemeinschaftlich hätten sehen können.
Der Turniermodus an sich war schon fanfeindlich. Was sich Michel Platini als zuschauerfreundliche Version und Begegnung der Jugend der Welt am Schreibtisch ausgedacht hat, war letztlich genau das Gegenteil.
Auf die unzulängliche Kartenvergabepraxis muss hier nicht näher eingegangen werden. Jeder weiss: sie war ein Skandal. Es interessierte niemanden unter den Verantwortlichen, ob hinreichend Fans in den Besitz der Karten kommen, Hauptsache war, VIPs, Sponsoren, Funktionäre und ihre zahlreichen Begleiter wurden bedient.
Eine Provokation für alle Fussballfreunde stellte die überproportionale Verteilung von Eintrittskarten an Sponsoren dar. Wenn Fussballfans auf dem Schwarzmarkt mit Preisen im vierstelligen DM-Bereich nach den schon aufgebrachten Fahrtkosten konfrontiert und im gleichen Atemzug Karawanen von Sponsorengruppen an den frustrierten Fans vorbei in die Stadien geführt werden, zeigt dies mehr als deutlich, wo die bevorzugten Zuschauergruppen zu suchen sind.
Die Inszenierung der Spiele in und um die Stadien war ein Graus und den Zuschauern gegenüber, die in früheren Zeiten die Inszenierung der Spiele mit ihren Gesängen und Anfeuerungsrufen gestaltet haben, absolut respektlos. Man fühlte sich in keinster Weise ernst genommen, sondern verarscht.
Das Auftreten all dieser Mängel erscheint noch unverständlicher, bedenkt man die vielen guten Ansätze, die bei der Europameisterschaft 1996 in England verwirklicht wurden. Wir wissen, dass vieles geht, man muss es nur wollen.Daher fordern wir im Hinblick auf die Europameisterschaft 2000 in Belgien und Holland und eine mögliche WM 2006 in Deutschland:
WM 2006 in Deutschland nur, wenn die diesbezüglichen Stadionum- und Neubauten nicht auf Kosten der Stehplätze nach dieser Grossveranstaltung gehen. 4 Wochen WM - ein Leben lang
sitzen - nein, danke!
In die Inszenierung (Regie) der Spiele sollten Fans eingebunden sein, die sensibel auf die Atmosphäre in den Stadien reagieren können.
Fans und Fanorganisationen müssen in die Organisation der Euro eingebunden sein. Wer, wenn nicht die Fans, wissen was zu tun ist, damit wir uns im Stadion und drumherum wohlfühlen. Wir wollen als Gäste empfangen und behandelt werden, und nicht als potentielles Sicherheitsrisiko.
Wir erwarten vom Organisationskomitee und den Sicherheitsbehörden ein differenziertes und abgestuftes Vorgehen. Sicherheitsaspekte sind wichtig, dürfen jedoch nicht an erster Stelle stehen.
Die Eintrittskartenvergabepraxis muss gründlichst überdacht werden. Es muss für alle die, die unabhängig von Reiseveranstaltern zur Euro wollen die Möglichkeit geben, Karten zum aufgedruckten Preis zu kaufen.
Die Kartenpreise müssen sozial verträglich gestaltet sein.
Die Anzahl der Karten pro Verband sollte sich u.a. auch an der Zahl der Fans orientieren, die die jeweilige Nationalmannschaft voraussichtlich unterstützen werden.Die Zahl der Karten für die Sponsoren muss drastisch reduziert werden. Eigentlich gibt es keinen Grund, warum die ihre Karten nicht selbst bezahlen können.
Auf jeden Fall sollte es für diejenigen, die nicht in die Stadien können, kostenfreie Grossbildleinwände in den jeweiligen Spielorten geben, auf denen das Spiel verfolgt werden kann.
In jeder Stadt sollte es eine “Fanbotschaft” geben, wo fanspezifische Informationen auch in der jeweiligen Landessprache angeboten werden.
Bezahlbare Unterkünfte und/oder ein zentraler Campingplatz für Fussballfans im oder am jeweiligen Veranstaltungsort - gut ausgeschildert und leicht erreichbar.
In das Rahmenprogramm gehören Veranstaltungen, die sich an den Bedürfnissen von jungen Menschen orientieren, z.B. Rockkonzerte, Discos, Kontaktmöglichkeiten etc.
Der Turniermodus sollte es erlauben, längere Zeit an einem Ort bleiben zu können. Das hätte zwei Vorteile: Erstens müsste man nicht so viel von Deutschland aus organisieren und zweitens wäre es so viel einfacher, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und auch das Land besser kennenzulernen.
Diesen Aufruf unterstützen bislang… (Stand 7.3.2001)
Fanzeitungen B.A.L.L. (Darmstadt), Blue Black Attack, (Saarbrücken), Blutgrätsche (Duisburg), Blaulicht (Schalke), Come Back (Düsseldorf), Der Fortuna-Specht (Düsseldorf), Der schlafende Riese (Göttingen), Der Übersteiger (St. Pauli), Dounern hald nai (Fürth), Erwin (Offenbach), In Teufels Namen (Kaiserslautern), Kick ´n Rush (Mainz), Knapp daneben (Zürich), Lila Laune (Berlin), Melk die fette Katze (S. Leipzig), Nimm mich volley (Düsseldorf), Nordkurve (Mönchengladbach), Notbremse (Hannover), Rentner, die pöbeln beissen nicht (Clarholz), RP-ILBFHP (Essen), Schalke Unser, Splitter (St. Pauli), The Boys in Blue (Schalke), Torraub (1860)
Fanclubs Blaue Löwen (1860), Blauer Stern (1860), Block 37 (Düsseldorf), Blue Spirit Tübingen (Stuttgarter Kickers), Commando 23.Mai (Hannover), de Likedeelers (St. Pauli), Derendorfer Front (Düsseldorf), Deutsch-Polnischer FC Die Euro-Fighter (Schalke), Die Breiten (Düsseldorf), Do-Theke (Göttingen), Dream-Team Mettmann (Düsseldorf), Düsseldorfer Jonnges (Schalke), EFC Schwarze Geier (Frankfurt), Fangemeinschaft Fussballfreunde (St. Pauli), Kammen Bär (Schalke), Karo-Family (St.Pauli), Katastrophen Kommando Essen-Kupferdreh (Schalke), Knabeweg (St.Pauli), Kuzorras Erben (Schalke), Löwenfront Schöngeising (1860), Mad Boyz (Leverkusen), Manchester United Supporters Club Krefeld Reds, Mono Zebras (Duisburg), Passanten (St. Pauli), Pirates from Sobrosa (St.Pauli), Red Hearts (Bayern München), Rote Engel (Düsseldorf), Rote Karte (Düsseldorf), Rothäute (Leverkusen), Rude Boys (P. Münster), Ruhrpott Junx StauPi ´89 Altenessen (Essen), Sonnenkönige ´93 (Dortmund), Spinetti Schalkonese Kohlsscheid (Schalke), St. Pauli Sups Bersrod (St.Pauli), Success Family 97 (VfB Stuttgart), Supporters (Leverkusen), The Blues (1860), Unna 1987 (Schalke), Untergiesinger Löwen (1860), Vizesupercupsieger (Hannover), West-Brigade (St. Pauli), Young Boys (Leverkusen), Young Ultras Bamberg (SpVgg Stegaurach), hirntod2,50waldschratsgehilfen (VfB Oldenburg)
Faninitiativen Arbeitskreis Fanarbeit (Düsseldorf), Schalker Faninitative, Fanini. Fangerechte Arena (Duisburg), FC Schalke 04 Supporters Club , Oldenburger Faninitiative
Sowie Ballkult e.V. & Fish e.V. (St. Pauli), Checotay (Band), Demolition Girl (Band), Fanladen des FC St.Pauli, Fanprojekt Mönchengladbach, F. W. Poersch (”Intern”-Fanzine Engl.Fussball, Düsseldorf), Great Unwashed (Band), Initiative Reines Fussballstadion (Frankfurt), Lokalmatatore (Band), Ü30 (St. Pauli), New Lifeshark Records (Band) …to be continued
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Blatterwahn - Stehplätze sind Fankultur
Blatters Welt
Der grosse Führer der Fußballwelt, Joseph Blatter aus der beschaulichen Schweiz, hat sich die letzten Tage mal wieder zu Wort gemeldet. Und mir als Fußballfan wird dann, höflich ausgedrückt, einfach schlecht, wenn dieser Mann mal wieder seine ganz persönlichen Vorstellungen von seiner Welt des Fußballs öffentlich macht. Heute z.b. steht im Kicker, dass lt. diesem Funktionär der Kunstrasen die Zukunft des Fußballs ist. Wahrscheinlich noch in wunderbaren Arenen mit super tollen Sitzen und vielleicht ja naoch alle mit einem Dach. Das sichert dann die Vermarktungsfähigkeit, alles wird gleich und nichts unterscheidet sich mehr. Blatter traum von einem Fußball, der überall gleich ist, ist wohl das, was ihn treibt. Deutlich zu sehen bei der WM und den vorgaben der FIFA. Alles mit dem Ziel, den schönen Fußball schön vermarkten zu können. Leider gibt es ja da noch unwägbares. Wie böse die Welt doch ist. Es gibt Regen, es gibt Löcher im Rasen, der Ball verspringt. Das darf ja alles nicht sein. Und da sind dann auch noch die Fans. Nicht nur die, die ihr Geld brav zahlen sondern auch die, die ihren Mund aufmachen, Blatter auspfeifen und vielleicht auch mal etwas emotionaler und wilder sind. Ja, die stören auch. Also bitteschön, alle brav auf einen Sitz verbannen, mit einer Kamera beobachten und wer stört, fliegt raus. Am besten noch genormte Stimmung aus dem Lautsprecher, damit immer das gleiche in den TV-Studios ankommt. Ein graus. Zum kotzen. Einfach Blatter. Meine Vorstellungen vom Fußball sind da ganz andere. Denn ich bin kein korrupter Fußballfunktinär, sondern ein Fan. Ich fand es so geil, beim letzten Spiel in Offenbach den Rasen riechen zu können. Ich finde es geil, bei Regenspielen den Kampf auf dem Platz, das spritzen des Wassers, den Einsatz trotz des Wetters live mitzubekommen. Ich bin kein Zuschauer. Ich bin nicht bei einem Event. Ich lebe meine Gefühle und Emotionen aus. Ich kann nicht ruhig sitzen. Ich bin jetzt vielleicht nicht mehr der, der 90 Minuten nur brüllt, Lieder singt, die nichts mit dem Spielverlauf zu tun haben. Ich bin aber auch nicht 90 Minuten ruhig. Ich lebe das Spiel mit. Ich bewege mich. Ich ärgere mich. Ich bin nervlich angespannt. Und ich kann nicht sitzen. Auch nicht zuhause, wenn ich Fußball vor dem TV anschaue. Wenn es kritisch wird, muss ich stehen. Trete gegen mein Sofa. Andere machen den Fußball zu einem Erlebniss, auch für sie selber. Sie leben sich auch durch Doppelhalter, Fahnen, Gesänge. Powern sich im Stadion aus. Leben für diese 90 Minuten. Treffen Leute, Freunde, ihre Gruppe. Eine Stehplatzkurve ist eine soziale Gemeinschaft. In ihr ist Bewegung. Leben. Man sucht sich seine Nachbarn aus. Sucht sich seinen Standort. Eine Kurve von Kindern bis zum Rentner. Sie ist das Herz des Fußballs. Sie ist meist als erstes Ausverkauft. Wenn keiner mehr da ist, die “Steher” sind trotzdem da. Auch wenn die VIP-Logen schon längst verweist sind. Und sie sind eine Möglichkeit, Preiswert ins Stadion zu kommen. Wichtig für Jugendliche, Kinder, Hartz IV - Empfänger usw. . Sie geben auch denen, die nicht so viel Geld haben, die Gelegenheit, am Fußball, der oft mit vielen Stuergeldern subventiniert wurde, teilzuhaben. Stehplätze sind eine soziale Sache. Und dann kommt ein Blatter und will diese mal wieder abschaffen. Denn sie seinen der Hort für Gewalt und Rassismus. Naja. Dann machen sie mal ihre Augen auf. Schauen sie sich reine Sitzplatzstadien in Italien an. Dann merken sie, dass das nichts mit Sitz- oder Stehplätzen zu tun hat. Wenn sie die Fankultur abschaffen wollen, nur noch ruhige brave Bildungsbürger mit genügend Geld in die Stadien wollen, dann sprechen sie es aus. Aber kommen sie nicht mit scheinhieligen Argumenten. Rassismus gibt es auch, lt. dem Wissenschaftler Dr. Gunter A. Pilz, in den Vip-Räumen. Auf den Stehplätzen in Deutschland in den Profiligen passiert fast nichts mehr. Sie sind sicher. Und eigentlich gibt es keinen Grund, diese auch nicht International zuzulassen. Ein Herr Peters von Schalke versucht dies auch bei der UEFA anzusprechen. Warum sollte etwas, dass jede Woche in zig Stadion bei voller Belegung in der Bundesliga funktioniert nicht auch bei CL oder UEFA-Cup spielen klappen. Oder bei Länderspielen? Denn stehen tun die Fans so auch. Aber halt vor den Sitzen oder auf den Sitzen. Denn der Fan will stehen. Und wir, die Fans aus den Kurven, lassen uns nicht von einem Herr Blatter vertreiben. Vielleicht sollte man es mal umgekehrt versuchen. Aber da die meisten da oben bei der FIFA, die das sagen haben, kaum anders denken, ändert das wohl auch nicht viel. Bleibt nur, öffentlich seine Meinung zu sagen und Druck auszuüben. Denn wer einen Blutlosen Fußball auf Kunstrasen möchte, der wird bald erleben, dass dieser ausblutet. Aber dann ist es schon zu spät. Deshalb seien sie Herr Blatter dankbar, dass wir trotz socher Funktionäre wie sie, den Fußball mit seiner Kraft, seiner Emotion, seiner sozialen Stärke am leben erhalten. Dafür stehen wir. Und das bleiben wir auch. Und sie kümmern sich doch besser darum, das Feld für eine Wiedewahl zu beackern, kleine Geldgeschenke oder sonstiges zu verteilen. Denn jeder sollte das tun, was er kann.
Quelle: www.fckfans.info
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Über Alternativvorschläge und Multi-Arenen
Das Nürnberger Stadion ist mit seinem vollständig mobilen Sitzsystem ein positives Beispiel für eine variable Lösung. Es ist in kürzester Zeit mit verhältnismäßig wenig Aufwand abbaubar. Klappsitzschalen hingegen belassen zwar Stehmöglichkeiten, aber die Sitzvorrichtung (mit Stangen auf jeder Traverse wie im Münchener Olympiastadion) schafft Hindernisse. Auch das Freiburger Modell mit den Stehplätzen im Parterre und den Sitzplätzen auf den erhöhten Rängen wären akzeptable Kompromisse. Der HSV hat ein neues Vario-Sitzsystem in Auftrag gegeben, das 6.000 Heim- und 3.000 Gästefans den Stehplatz erhalten wird. Der “HSV-Sitz” ist eine preisgünstigere Form des in der multifunktionalen Köln-Arena bislang weltweit einmalig eingebauten Sitzes. Dabei verschwindet durch manuelle Betätigung die Sitzschale / Sitzreihe mitsamt der Lehne in der Rückwand der Stufe, wodurch ein unbehindertes Stehen wie auf den jetzigen Stehplatztribünen ermöglicht würde.
Viele neue Stadien sollen vorrangig Sitzplatzcharakter haben wie in Mönchengladbach oder den vielerorts geplanten Multi-Arenen mit ihren angeschlossenen Einkaufspassagen. Trotzdem gibt es im Zuge solcher Planungen mittlerweile einen Trend, der durchaus die Bedeutung der Stehplätze anerkennt und miteinbezieht. Die Stehplatzbesucher mit ihren nachwachsenden Generationen als traditionelles “Kundenpotential” rücken mehr und mehr ins Bewußtsein der Clubführungen. Nicht zu vergessen die Stimmung, die von den Stehrängen ausgeht. Die Atmosphäre ist nicht nur wichtig für den Fan selbst, sondern auch für ihren Konsumenten auf der Sitztribüne, für die Vereine (die damit um Sponsoren- und Medienaufmerksamkeit ringen) und nicht zuletzt für die Spieler auf dem Feld.
So plant Schalke 04 mit 20.000 Stehplätzen in der neuen Arena, das neue Volksparkstadion Hamburg wird - wie gesagt - in naher Zukunft 9.000 Stehplätze erhalten, Dortmund hat bereits in der letzten Saison Sitzplätze zurückgebaut und in Bremen wurde beim Bau der neuen Ostkurve das Stehplatzpotential der Werder-Fans berücksichtigt.
Daß eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Verein und seinen Fußballfans in solchen Fällen tatsächlich funktionieren kann, zeigen vor allem die Beispiele Bremen und Schalke. Hier setzten sich beide Seiten zusammen und arbeiteten an einer konstruktiven Kompromißlösung.
Ein weiteres Beispiel für eine produktive Zusammenarbeit zwischen Verein und “Kunde” ist, wie bereits angedeutet, die Köln-Arena. Die Kölner Haie haben als Mieter der neu entstehenden Halle nach Diskussionen mit ihren langjährigen Fans entschieden, daß auch im Eishockey-Sport die Stehplatzkultur einen unumgehbaren Aspekt darstellt. Daraufhin hat der Vereinsvorstand als Bedingung für einen Einzug in die neue Arena die Einrichtung von ausreichend Stehplätzen bereits während des Bauvorgangs im Mietvertrag festlegen lassen.
In England wird mittlerweile die altbekannte Selbstinszenierung der Fans in “singing sections” ermöglicht. Die Stehplatzfrage war auf der Insel sogar so populär, daß die jetzige Regierung der Labour-Partei im Wahlkampf in manchen Wahlkreisen mit dem (uneingelösten) Versprechen der Wiedereinführung von Stehplätzen antrat.
Trotz alledem darf nicht vergessen werden, daß die Probleme des Stehplatzverlusts mit den in vielen Städten geplanten multifunktionalen Arenen gegenwärtig immer größere Fangruppen betreffen. Vereine und Verbände heucheln zwar Verständnis, passen sich allerdings ohne jegliche soziale Verantwortung den sogenannten wirtschaftlichen Sachzwängen an, die letztlich zum Ausverkauf des Fußballs führen werden. Gesteigert wird dies noch durch die anstehenden rechtlichen Umwandlungen von Vereinen in Unternehmensgesellschaften; Stichwort: Börsen und GmbHs. Verantwortliche des DFB zucken hilflos mit den Schultern und verweisen die Fans auf irgendwelche inkonsequenten Alibi-Erklärungen für Stehplätze an die UEFA.
Die multifunktionalen Arenen, wie sie mancherorts mit nur geringem Einfluß der Kommunen und Vereine von privaten Betreibergesellschaften gebaut werden sollen, symbolisieren die Ängste von uns Fußballfans. Sie liefern zwar vermutlich äußerst geringe, aber dennoch Chancen der Einflußnahme. Fangruppen vor Ort könnten sich zusammenschließen und vielleicht auch Unterstützung bei örtlichen Fan-Projekten einfordern, um den jeweiligen Verein als späteren Anmieter dieser “Halle” auf ihre “Kundenwünsche” aufmerksam zu machen.
Auch auf die Stadt mit ihrer sozialen Verantwortung kann der Fan als Steuerzahler zugehen. Neben den “nur” 17 Heimspielen plus evtl. DFB-Pokal-Heimspiele des örtlichen Fußballvereins sollen in einigen Großarenen viele weitere Veranstaltungen à la David Copperfield, Lord of the Dance oder Rock-Konzerte stattfinden. Die machen nach Meinung renommierter Architekten und Veranstalter eine komplett einfahrbare, “Teleskoptribüne” sinnvoll. Die Plätze hinter der entstehenden Bühne würden allerdings zu solchen fußballosen Veranstaltungen sowieso nicht verkauft, und so könnten auf der Teleskop-Tribüne manifeste Stehplätze für Fußballfans entstehen.
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Wir wollen unsere 90 Minuten nicht absitzen
Sitzen ist immer noch für`n Arsch
Der Einsatz von BAFF für den Erhalt der Stehplätze ist vor allem ein Einsatz für den Erhalt einer bewährten Fankultur. Aber auch für sozialverträgliche Preise, denn Sitzplätze bedeuten immer noch einen deutlichen Preisanstieg, der einen regelmäßigen Stadionbesuch von jugendlichen und/oder finanzschwächeren Fußballfans erheblich erschwert. In Stadien wie Leverkusen müssen Fans bis zu 60 DM zahlen, um auf Kunststoff- oder Metallschalen, den eigenen Verein spielen zu sehen. Dabei zeigt sich, daß viele Fans während des Spiels auf den Sitzschalen stehen, wodurch die Verletzungsgefahr erhöht wird.
Auf Stehplätzen kann man auch den Standort verändern, wenn einem das Umfeld am Spieltag mal nicht so gefällt. Bei einer Sitzplatzdauerkarte mit einem festgelegten Platz für eine ganze Saison neben einem Unsympathen ist das nicht mehr so einfach. Ein spontanes Ausweichen wie auf den Stehplätzen ist auf einer Sitzplatztribüne nicht möglich. Wenn einer die Sitzreihe kurzzeitig verlassen möchte, müssen alle anderen in der Reihe - wie im Kino - aufstehen, um den Durchgang zu ermöglichen. Dieses Hühnerstangenprinzip macht eine Kommunikation zwischen Fans schwieriger bis unmöglich, während das lockere Umherstehen verschiedenartige Kommunikation fördert - sei es nun über das Spiel, das Fußballgeschehen allgemein, gemeinsames Anfeuern/Singen oder freundschaftliche Bereiche mit dem einfachen “Zusammen Anstoßen”.
Bei besser besuchten Spielen erschweren festgelegte Sitzplatzkarten zusätzlich spontane Stadionbesuche, denn es kann vorkommen, daß der oder die mitgebrachten Freunde nicht nebeneinander sitzen können.
Der Stehplatzbereich ist ein traditioneller Ausgangspunkt von Fankultur, ein reichhaltiges Gebilde mit historisch gewachsenen, festen Standorten für bestimmte Fan- und Zuschauergruppen. Aus dem stehenden und somit beweglichen Fanpulk heraus wollen wir Fußballfans durch individuelle Kommentare und Gesänge den uns möglichen Einfluß auf das Geschehen auf dem grünen Rasen, aber auch auf die umherstehenden Fans ausüben. Im Gegensatz zu den Sitztribünen, wo der Zuschauer durch numerierte Plätze festgelegt ist, gibt es im Stehplatzbereich die Möglichkeit der Bewegungsfreiheit während des Spiels (nicht nur in der Halbzeitpause). Fußballfans geht es neben dem Spielbesuch auch darum, weiter entfernt stehende Freunde und Bekannte zu treffen und neue Menschen kennenzulernen.
Durch die Einrichtung von Stehplätzen ist es möglich, fangemäß gemeinsam und sich umarmend Siege zu feiern oder tröstend Niederlagen zu erleiden.
Das Stadion mit seinen Stehplatzbereichen ist ein Ort zwischenmenschlicher Begegnung. Ein reines Sitzplatzstadion würde diese gewachsenen Fanstrukturen auseinanderreißen und den nachwachsenden Fangenerationen diesen erhaltenswerten Weg abschneiden.
Die Erfahrungen aus England, aber auch die verhaltenen Vorstellungen der Leverkusener oder Dortmunder Fans bei ihren Heimspielen beweisen, wie sehr die Stimmung im Stadion unter der Versitzplatzung leidet. Das hat nicht zuletzt mit dem Publikumsaustausch durch die Preiserhöhungen und der Disziplinierung von Fußballfans zum Tennispublikum zu tun.
Hier ziehen UEFA und die Vereine an einem gemeinsamem Strang. Bei Spielen der Premier League werden Fans von Ordnern ermahnt, wenn sie zu lange vor ihrem Sitzplatz stehen bleiben. Hier entsteht eine Sichtbehinderung für das sitzenwollende Publikum, hinzu kommt der zumeist vorgeschobene Sicherheits- und Ordnungsaspekt. Solche und andere Auswirkungen waren auch während der WM «98 in Frankreich wieder zu beobachten. Fußballweltmeisterschaften sind immer - in sportlicher wie fankultureller Hinsicht - ein Wegweiser für die Entwicklung im Liga-Alltag gewesen. Bei der WM «98 wurden auf unverschämte Art und Weise Sponsoren, “Ehrengästen” und finanziell besser Gestellten gegenüber den Fans bevorzugt. Die verzweifelnden Fans mußten leider draußen bleiben - angesichts des knappen Kartenkontingents und der explosionartigen Preisentwicklung für eine begehrte Eintrittskarte. Übrig blieb überwiegend schlechte Stimmung, nicht zuletzt aufgrund der Sitzplatzarenen, welche generell weniger Zuschauervolumen bieten und den “gemeinen” Fußballfan draußen stehen läßt.Die von der UEFA angeführte höhere Sicherheit auf Sitzplatztribünen erweist sich als Trugschluß; die Räumung eines Stehplatzareals im Panikfall geht schneller und reibungsloser vonstatten als die eines Sitzplatzblocks. In diesem werden die Sitzreihen zu gefährlichen Stolperfallen. Die Gefahr, daß Menschen in überfüllten Stehplatzblöcken erdrückt werden, ist zu minimieren, wenn die Käfighaltung hinter Zäunen abgeschafft und die Menschen im Panikfall auf den Rasen ausweichen könnten. Die Katastrophe von Guatemala 1996 fand übrigens in einem reinen Sitzplatzstadion statt. Damals kamen beim WM-Qualifikationsspiel 84 Menschen in einem überfüllten Block ums Leben, 147 wurden zum Teil schwer verletzt.
Nach den Katastrophen von Heysel und Hillsborough hätten die Verantwortlichen sich besser damit beschäftigen sollen, wie man Stehplatzareale sicherer gestalten kann und nicht nur an ihrer Abschaffung wirken. Statt dessen boten diese Vorfälle einen willkommenen Vorwand für UEFA, den englischen Verband und seine Vereine, endlich auf die salonfähigeren, sponsorenträchtigeren und finanziell lukrativeren Sitzplätze umzusteigen.
Zumindest für die Bundesligen ist es falsch, wenn die UEFA immer noch behauptet, daß die Gewalt in Fußballstadien von den Stehplatzbereichen ausgeht. Angaben der Polizei und Erfahrungen der Fan-Projekte zeigen auf, daß sich Hooligans beinahe ausschließlich auf den Sitzplätzen befinden und sich die Gewalt durch den fortgeschrittenen Sicherheitsapparat in Parks, auf Rastplätze und in Innenstädte verlagert. Den internationalen Beweis lieferten dafür aktuell die Ausschreitungen bei der WM in Frankreich.