Glossar

Hier möchten wir immer weiter und wieder Begriffe rund um die Thematik Stadionbau etc. erläutern, damit Beiträge für alle User einigermaßen verständlich bleiben.

Achse/Achsmaß

Für den Architektur-Laien sind die Achsen bzw. das Achsmaß wohl eher ein “unerotisches” Thema. Allerdings sind diese Begriffe in der heutigen Architekur mehr denn je Teil der zentralen Konstruktion von Bauwerken.

Die meisten Bauwerke bestehen aus drei Grundbestandteilen: Stützen, Decken/Dach und Fassade (vom Fundament mal abgesehen). Je nach verwendeten Baumaterialien und Aufbau für die Decken-/Dachkonstruktion ergibt sich ein maximales Achsmaß, in dem immer eine Stütze stehen muß, die, vereinfacht die vertikale (Schwer-)Kraft auffangen und ins Fundament weiterleiten muß. Man kann kein Achsmaß für die Stützen nehmen, daß z.B. bei 20m Abstand liegt, wenn die Deckenmachart nur 10m frei “hängen” kann.

Daraus ergibt sich dann eben auch der Aufbau einer Betontribüne sowie der Dachkonstruktion. Im Normalfall gibt es (stufige, grob dreieckige) Beton- oder Stahlträger, die in einem Achsmaß an den Tribünenseiten aufgestellt werden. Auf diese Träger werden die Betonelemente gelegt, die nachher der von Innen sichtbare Tribünenbereich sind. (Später darauf dann noch die Sitzschalen etc.)

Die statische Tragfähigkeit der Beton-Tribünen-Elemente ist die eine Sache. Zusätzlich werden meist mit den ersteren Trägern auch die Dachaufhängungen verknüpft. Dies ist eine weitere Herausforderung, denn je größer die Tribüne, umso mehr Gewicht des Daches müssen auf die Betonträger und hinzukommende unterstützende Konstruktion verteilt werden, wenn nicht sichtbehindernde Stützen im Tribünenbereich stehen sollen (siehe z.B. Carl-Benz-Stadion, Mannheim).

Weiter von Vorteil ist ein möglichst gleiches Achsmaß, denn je mehr gleiche Betonteile und weniger Sonderteile (z.B. für Stadionecken/-rundungen) gefertigt werden müssen, umso billiger.

Area97

‘Area97′ ist die Idee der VfB-Fans, dem eigenen Fanblock einen unverwechselbaren Namen zu geben. Angelehnt an die Mythen umrankte ‘Area51′ in den USA. ‘Area’ heißt aus dem Englischen übersetzt ‘Bereich’, die Nummer ‘97′ sind die beiden letzten Ziffern des Gründungsjahres 1897 des VfB Oldenburg. Derzeit ist dieser Bereich das südliche Drittel des Stehplatz-Blocks J auf der Gegengeraden im Marschwegstadion.

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Mundloch

Als Mundlöcher werden in der Stadion-Architektur die Durchbrüche in den Tribünenstufen bezeichnet, die als Zugänge dienen. Zuschauer können über Aussentreppen oder ebenerdig durch die Mundlöcher von aussen auf die Tribünen gelangen.

Architektonisch beinhalten Mundlöcher gerade in Deutschland ein manchmal umständliches Problem. Durch die hiesigen Fluchtwegsverordnungen sind die Größe (Breite des Fluchtwegs), Anzahl und Lage in Bezug auf die Zuschauerkapazität festgelegt. Die einzuhaltenden Standard-Breiten sind immer ein Vielfaches von 60cm (durchschnittliche Breite eines Menschen), damit sich in Fluchtsituationen keine Menschenströme “verkeilen” und damit die Flucht ausbremsen.

Das bedeutet aber auch, da Aufgänge durch Mundlöcher nicht einfach auf eine Tribüne geführt werden können, sondern zusätzlich die benötigte Wegbreite auch je nach weiterführender Situation eingehalten werden muß. Dadurch können, bei umständlichen Lösungen, Tribünenbereiche durch die für Sitz- oder Stehplätze nicht nutzbare Wegefläche unangenehm zerrissen werden. Sie erfordern also bei der Planung ein wenig “Geschick”.