{"id":2896,"date":"2012-02-01T10:00:50","date_gmt":"2012-02-01T08:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.area97.de\/ofi\/?p=2896"},"modified":"2012-02-06T17:12:09","modified_gmt":"2012-02-06T15:12:09","slug":"fankongress-2012-ruckblick-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.area97.de\/ofi\/?p=2896","title":{"rendered":"Fankongress 2012 (R\u00fcckblick Teil 4)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schwindende Fankultur in England &amp; Lebensgef\u00fchl Ultr\u00e1 in Italien<\/strong><\/p>\n<p>Am Sonntag wurde der thematische Fokus auf die Situationen im europ\u00e4ischen Ausland gerichtet. Unter anderem referierten Michael Brunskill von der Football Supporters Federation und Kai Tippman (Blogger und \u00dcbersetzer des Buches \u201eTifare Contro\u201c) \u00fcber die Situation in England und Italien.<\/p>\n<p>Brunskill berichtete \u00fcber die Versitzplatzung und die Preiserh\u00f6hungen (das g\u00fcnstigste Spiel in der Premier League kostet umgerechnet rund 60 Euro) in englischen Stadien, welche die Fanstrukturen in England wesentlich ver\u00e4ndert haben. Vor allem j\u00fcngere Fans bleiben heutzutage aufgrund der hohen Preise dem Stadion fern und leben Fankultur inzwischen nur noch in den Kneipen aus. Gleichzeitig ist aber auch trotz hoher Kosten die Akzeptanz f\u00fcr Pay TV sehr hoch. Diejenigen, die immerhin <em>ein<\/em> Spiel (die Betonung liegt bei ein, denn jedes Wochenende setzt sich das Publikum neu zusammen) besuchen k\u00f6nnen, m\u00fcssen mit erheblichen Einschr\u00e4nkungen rechnen. Diese fangen bereits beim Konsum von alkoholischen Getr\u00e4nken an. Selbige k\u00f6nnen zwar im Stadion erworben werden, d\u00fcrfen aber nicht mit auf die R\u00e4nge genommen werden- anderswertig droht eine Festnahme sowie ein Stadionverbot. Brunskill kam daraufhin auf die \u201eKein Zwanni\u201c Kampagne in Deutschland zu sprechen, welche in England sehr popul\u00e4r ist. Er lobte das Engagement der hiesigen Fans, betonte aber auch, dass man in England froh sein k\u00f6nne \u00fcberhaupt f\u00fcr diesen Betrag Fu\u00dfball sehen zu k\u00f6nnen. Generell sei es ihm zufolge um den Deutschen Fu\u00dfball sehr gut bestellt, was er u.a. auch an der 50+1 Regel fest machte (wobei diese erst k\u00fcrzlich gelockert wurde, siehe Teil 1 dieser Serie). Der Popularit\u00e4tsgrad der \u201eKein Zwanni\u201c Initiative hat sich ihm zufolge\u00a0 positiv auf die englischen Fans ausgewirkt, welche zunehmend bestrebt sind, Einfluss auf ihren Verein auszu\u00fcben. Im Zuge dessen stellte Brunskill die Arbeit von Supporters Direct vor. Hierbei handelt es sich um eine Initiative von Fans, welche mehr Teilhabe an ihrem Verein anstreben oder bereits in ihrem Verein eingebunden sind. Anschlie\u00dfend \u00fcbergab er das Mikrofon an Kai Tippmann, der Einblicke in das Leben italienischer Ultras gab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2898\" aria-describedby=\"caption-attachment-2898\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2898  \" style=\"border: 1px solid black; margin: 0px;\" title=\"Sonntag(HP)\" src=\"https:\/\/www.area97.de\/ofi\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/SonntagHP-300x200.jpg\" alt=\"Sonntag(HP)\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.area97.de\/ofi\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/SonntagHP-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.area97.de\/ofi\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/SonntagHP.JPG 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2898\" class=\"wp-caption-text\">Foto: fankongress-2012.blogspot.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Tippmann blickte zun\u00e4chst zur\u00fcck in die Entstehungszeit italienischer Ultras Ende der 60er Jahre und betonte, dass die Ultrakultur in Italien einen ganz anderen Background habe als selbige in Deutschland. Im Zuge der 68er Bewegung wurden die Ideale und Ideen der Studentinnen und Studenten in die italienischen Kurven \u00fcbertragen. Es sollten individuelle Freir\u00e4ume geschaffen werden, die durch eigene Ausdrucksformen gepr\u00e4gt sind. Es wurden also erste Ausw\u00e4rtsfahren und Choreographien sowie ein koordinierter Support organisiert. Tippmann betonte, dass es hierbei sehr hierarchisch und alles andere als basisdemokratisch herging. Als Ultra hatte man mitzusingen und sich an den verschiedenen Aktionen zu beteiligen, anderswertig h\u00e4tte man mit Konsequenzen rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Tippmann stellte die Ultrakultur viel mehr als eine Jugendbewegung dar. Dabei bezog er sich vor allem auf regionale Aspekte und betonte, dass es in Italien aufgrund der starken lokalen Rivalit\u00e4ten (welche nicht ausschlie\u00dflich auf den Fu\u00dfball zur\u00fcckzuf\u00fchren sind) wahrscheinlich nie zu einem Fankongress gekommen w\u00e4re (\u201eDie h\u00e4tten da vermutlich den Hauptbahnhof abgefackelt und dann w\u00e4re es das gewesen.\u201d). Weiterhin ging Tippmann auf die sog. \u201eEhrenkodexe\u201c unter den Ultras ein. Zwar habe jede Gruppe best\u00e4ndig behauptet, auf Gewalt zu verzichten, sofern sie sich nicht verteidigen m\u00fcsste. Die Realit\u00e4t sah diesbez\u00fcglich jedoch meist anders aus. Die Gewaltspirale sowie der mangelnde Austausch untereinander f\u00fchrte letztlich auch dazu, dass die Ultrakultur &#8211; verglichen zu damals &#8211; heute praktisch so gut wie tot ist. Auch spielte dabei die mangelnde Nutzung der Medien eine Rolle. Zu oft sei in Italien in der \u00d6ffentlichkeit das Bild der Gewaltt\u00e4ter geblieben w\u00e4hrend positive Aspekte unber\u00fccksichtigt blieben. Tippmann appellierte an das deutsche Publikum, neben den gemeinsamen Austausch auch die Medien besser zu nutzen um die positiven Aspekte von Ultr\u00e1 nach au\u00dfen zu tragen, anderswertig sei die Ultrabewegung auch in Deutschland nicht zu retten <em>(B\u00f6ller)<\/em><\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Links:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fsf.org.uk\" target=\"_blank\">www.fsf.org.uk<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.altravita.com\" target=\"_blank\">www.altravita.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwindende Fankultur in England &amp; Lebensgef\u00fchl Ultr\u00e1 in Italien Am Sonntag wurde der thematische Fokus auf die Situationen im europ\u00e4ischen Ausland gerichtet. 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